Standort: Büchel – Nikolausstraße  /  Aachen
erstellt: 1967
Künstler: Kurt-Wolf von Borries – Bildhauer
Kultur-Partner:  

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Aachen im Mittelalter – die Geschichte des Bahkauv Brunnen

Versetzen wir uns hier am Bahkauv Brunnen mal um einige hundert Jahre zurück. Da hatte Aachen nicht nur diese wunderschöne Altstadt, sondern auch mehrere Stellen, an denen das heiße Wasser förmlich aus dem Boden quoll. Dafür war Aachen ja schon seit tausenden Jahren bekannt. Brunnen waren angelegt worden für die dort wohnenden Menschen. Und an einigen Stellen wurde das heiße Wasser genutzt, die schmutzige Wäsche zu waschen.
So eine Waschstelle gab es auch am Büchel. Dieser offene Brunnen wurde Kollert genannt. Ein „Waschsalon“ des Mittelalters. Um diesen Kollert rankt sich die Geschichte des „Bahkauv“, eines „Bachkalbs“, wie die Aachener das gefürchtete Untier nannten. Um sein Aussehen ranken wahre Schauergeschichten, da es niemand wirklich je zu Gesicht bekommen hat. Lange, gefährliche Krallen, dreckig und stinkend, so musste es aussehen, da waren sich die Aachener einig. Und irgendwie war es wohl auch größer als die Menschen, lief auf vier Beinen und hatte sicherlich einen langen Schwanz.

Der kleine Krimi um das Bahkauv

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[pwal id=“91836697″ description=“Was steckte hinter diesem Ungeheuer am Büchel?“]

Büchel: Tatort des Bachkalbs „Bahkauv“

Warum die Aachener Angst vor diesem Bachkalb hatten, war die Tatsache, dass hier im Bereich der Altstadt am „Büchel“ immer wieder Personen überfallen und beraubt worden waren. Allerdings kamen alle mit dem Leben davon. Von einem Todesfall wird nichts erzählt. Doch so mutig muss das Untier auch nicht gewesen sein, denn es suchte sich immer wieder Männer aus, die doch ziemlich angetrunken waren, dem Gerstensaft zu stark gehuldigt hatten und nun versuchten, den steilsten Berg in Aachen, den Büchel hinauf zu kommen. Diese wurden von hinten angegriffen und zu Boden geworfen. Zu Hause mussten die so Überfallenen feststellen, dass ihnen auch die letzte nach dem Trinkgelage verbliebene Münze aus dem Geldsäckel abhanden gekommen war. So manch wartende Ehefrau misstraute der höchst abenteuerlichen Geschichten ihres Gatten. Wussten sie doch alle, dass ihre Männer nur zu gerne das gerade schwer verdiente Geld wieder in die nächste Kneipe trugen. Allerdings, die Überfälle häuften sich. Immer mehr Männer blieben zu Hause, so dass die Gaststätten rückläufige Umsätze verzeichneten. Ein Torwächter versuchte sein Glück, das Bahkauv zu fangen, aber ohne Erfolg. Und dann sollte der Schmied, kräftig und groß gewachsen, dem Treiben dieses Tieres ein Ende setzen. Nur wenige waren eingeweiht, als dieser in der Nacht langsam und sicherlich auch ein wenig torkelnd an dem Kollert vorbei den Büchel hinauf ging. Vielleicht war der Schmied auch tatsächlich betrunken. Er war aber stark genug sich des plötzlichen Angriffs von hinten zu erwehren. Mit seiner Kraft packte dieser zu und schleuderte den Körper zu Boden. Es war, so die Überlieferung, kein anderer, als einer der Torwächter, der sich so als Dieb des Nachts zusätzliches Kleingeld verdiente. Anders lautende Berichte sprechen von einem fremden Wegelagerer. Jedenfalls hatten die Überfälle damit ein Ende. Auch heute kommt es immer wieder mal vor, dass zu nächtlicher Stunde das Bahkauv in Aachen unterwegs ist. Doch meistens bleibt es friedlich, sind doch die Waschstellen in der Altstadt verschwunden und die Bachläufe seit langem unterirdisch kanalisiert.

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Kulturpartner Bahkauv Brunnen in Aachen:

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1. Bahkauv Brunnen 1904 von Karl Krauß

Etwa seit dem 17. Jahrhundert gab es am Büchel einen einfachen Laufbrunnen. Dieser wurde dann auf Beschluss der Stadt durch den ersten Bahkauv Brunnen ersetzt. Karl Krauß, der als Professor für Porträts und Reliefs an der Technischen Hochschule Aachen tätig war, schuf dieses Brunnendenkmal, dass im November 1904 eingeweiht wurde. Das Metall des Brunnens, also die Figurenelemente wurden ebenfalls als „Metallspende“ 1942/43 eingeschmolzen. Am 27. September 1967 wurde dann der heutige Bahkauv Brunnen von Kurt-Wolf von Borries, 26. Febr. 1928 – gest. 24. März 1985, geschaffen  und an diesem Denkmalplatz eingeweiht. Der Bildhauer entstammt einem alten Adelsgeschlecht, war als junger Bildhauer ein Schüler und guter Freund von Gerhard Marcks, lebte von 1951 bis zu seinem Tod als freischaffender Künstler in Köln und fertigte zahlreiche Skulpturen für den öffentlichen Raum und für Kirchenhäuser.

Quellen:
Peter Kremer: Wo das Grauen lauert. Erschröckliche Geschichten von Blutsauger und kopflosen Reitern, von Werwölfe und Wiedergänger an Inde, Erft und Rur. PeKaDe-Verlag, Düren 2003, (kommentierte Sagensammlung aus dem westlichen Rheinland).
Skulpturen und Graphiken: Kurt-Wolf von Borries, Heide Dobberkau, Karl Erich Görk, Peter Grossbach, Gerhard Marcks, Jochem Pechau. (Ausstellung vom 4. Dezember bis 17. Januar 1971. Haus der evangelischen Kirche), Köln 1971

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